Das ehemalige Ziegelthor, hier an der Ziegelmühle (auch Gerhardsmühle genannt nach ehemaligen Besitzern) am Ende der Mittelgasse (etwa Bachstraße und Ziegelmühlenweg), begrenzte zusammen mit dem Erfurter Tor die Johannistorvorstadt.
Das Ziegelthor hatte seinen Namen entweder "...vom Ziegeldache, damit die Mühle gedecket, oder von der Ziegelhütten, die weiland um diese Gegend gestanden, und eingegangen...".
Adrian Beier lag wohl richtig. Im Geschoßbuch der Stadt Jena von 1406 wird eine "Mühle auf der Leutra an dem Ziegeltor" und der dazugehörigen Obstgarten erwähnt.
Die Witwe Thele Gramleib erhielt als Abgabe "... acht Malter Korn Zinsen von einer Mühle, gelegen vorm Sankt Johannstore bei dem Ziegelofen..."
Es ist also davon auszugehen das Ziegelmühle und Ziegelgatter ihren Namen von dem Ziegelofen und der Ziegelei erhielt, welche in unmittelbarer Nähe standen.
Es wird unter den zu Lehen gehenden Gütern des Markgrafen Friedrich 1348 ein "molendium in villa Lutera prope Jhene" aufgeführt ("Mühle im Dorf Leutra bei Jena" - das Dorf Leutra ist später in der Johannisvorstadt aufgegangen). Ob besagte Mühle, wirklich die Ziegelmühle ist lässt sich nicht nachweisen aber die Möglichkeit besteht.
Die Ziegelmühle war eine Mehlmühle mit 3 Rädern.
Ein Ziergarten mit Springbrunnen, hohe Lindenbäume ein großes Bienenhaus und der Mühlbach in dem man Forellen fangen konnte ließen die Umgebung der Mühle sehr anheimelnd erscheinen.
Dieses Idyll zerstörte ein Großbrand im Jahre 1871, dem die alte Ziegelmühle vollständig zum Opfer fiel.
Das Unglück wollte es das die Jenaer Feuerwehr auswärts bei einem Stiftungsfest weilte und die hinzugezogene Hilfsfeuerwehr nur noch zuschauen konnte.
Die dann erbaute heute noch stehende Mühle hatte keine glückliche Zukunft. Die Mühltalwasserleitung machte das klassische Mühlwesen fast unmöglich.
Im Jahre 1894 versuchte der Ziegelmüller die Umstellung auf Dampfbetrieb, deshalb der Schornstein, aber das war ein wirtschaftliches Fehlunternehmen. Der letzte Ziegelmüller gab 1904 auf und verkaufte die Mühle an den Staat, der sie fortan als Wirtschafts- und Wohngebäude innerhalb der Landesheilanstalten nutzte.
Hier siehst du Fotos der Ziegelmühle von 1931 und 1950.





