Mein Freund, schön, dass du hier bist.
Die kleine Gasse, die vor dir liegt, hat leider fast nichts von ihrem seinerzeitigen Flair bewahren können.
Als die Lache hier noch floss, stellten die Färber und Gerber ihre, mit Häuten und Tuch bespannten, Rahmen an den Ufern auf. Daher auch der Name „Am Rähmen“.
Hier am Rähmen befand sich einst das Jenaer Schlachthaus, das "Weiber-Spittel", eine Buchdruckerei und drei Mühlen, eine Walckmühle und zwei gegenüberliegende Mehlmühlen.
„Die Walckmühle […] hat ein Rad und vier Stämpel, zweene vor die Tuchmacher, und zweene vor die Weißgerber“. Was die beiden Mehlmühlen anbelangt, erfahren wir weiter von Beier:
„[…] uff der rechten die Brück- oder Rathsmühle, uff der lincken die Donn- oder Fürstenmühle, beyde besitzet der Rath, von jeder ernähret er die XII. armen Brüder […]“
Er spricht hier davon, dass nicht nur die Tonnenmühle sondern auch die Brückenmühle, einst errichtet von Nicolaus Zöllner, ebenso wie die zugehörigen, bedeutenden Ländereien und der Brückenhof, im Besitz der Stadt sind.
Von den Einnahmen werden unter anderem die Kosten für die Versorgung des Brüderhospitals am unteren Löbdergraben abgedeckt.
Zu besagten Ländereien gehören "die zweyen Brücken- oder Raths Dörffer Jehne Löbnitz und Osmeritz".
Beier erzählt auch, dass der Name der Tonnenmühle, welche er in späteren Aufzeichnungen selbst nicht mehr anders nennt, wohl von dem Donner, den sie von sich gibt, herstammt und dass der Name Brückenmühle von der kleinen Saalbrücke stammt, an der sie errichtet wurde.
Beide Mühlen sind erstmalig im 14.Jahrhundert erwähnt worden. Die Tonnenmühle 1316 und die Brückenmühle 1355 aber sie existierten wahrscheinlich schon vordem.
Neben der Tonnenmühle (mit Markierung des höchsten jemals gemessenen Saalehochwassers) existiert am Rähmen nur noch ein nennenswertes historisches Gebäude, die Nr. 21.
Das Haus Lemke, mit Turm zur Sternbeobachtung, wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als Sommerpalais für einen der Weimarer Prinzen gebaut, war das Wohnhaus von Dr. Rudolf Lemke einem international anerkannten Psychologen und Neurologen.
In diesem Haus entstand das letzte Porträt, für das Ricarda Huch selbst Modell gesessen hat.
In den 1980er Jahren wurde es unter Denkmalschutz gestellt.
Die Bilder vermitteln dir vielleicht einen wehmütigen Eindruck eines Idylls, das es leider nicht mehr zu erfahren gibt.






