Weit bist du gekommen und nun am Wendepunkt deines Weges, lass dir erzählen von der Nasenmühle, die die Papiermühle wird.
"Die Nasenmühle ist die allereuserste und weiteste von der Stadt im Mühltale gelegen, war unlängst eine Mehlmühle, mit 2. Rädern oder Gängen ... welche An.C. 1618 besaß Johan Zeidler, und verkaufte sie 1640. Nunmehro aber eine Papyrmühle. Erbauet A.C. 1658. von Heinrich Joachim Schmieden, domals Papyrmacher zu Oberweimar. Sie hat ihren Namen vom Nasenborn, der ein Ursprung des Leuterbachs ist, und die Mühlräder treibet."
Die Mühle taucht in den Jenaer Urkunden namentlich bereits 1298 auf.
Der volkstümliche Name "Nasenmühle" geht auf das Geschossbuch von 1422 zurück, als ein "Hans von der Nasenmühle" zur Reihe der zinspflichtigen Stadtbürger zählte.
Der letzte Nasenmüller war Heinrich Kripner (Krippendorfer), der bei seinem Tod 1657 in Cospeda die Mühle seinen drei Kindern hinterließ welche diese dann am 28. Oktober 1657 verkauften.
Der Erwerber Joachim Heinrich Schmidt erlangte das Privileg zur Papierherstellung in Jena.
Aus der Urkunde geht hervor, dass die alte Nasenmühle bestehen bleiben sollte (wohl um die Abgaben nach Kapellendorf und Jena weiterlaufen zu lassen) und die neue Papiermühle daneben errichtet werden solle.
Die Einstellung der Papiererzeugung erfolgte in den 1860'er Jahren.
1891 beauftragte Emil Tittel den renommierten Jenaer Architekten Ludwig Hirsch mit dem Bau eines neuen Gasthauses, das bereits ein Jahr später fertig gestellt war.
Die längst still gelegte Mühle wurde allerdings erst 1905 abgerissen. Hier entstand 1907 der so genannte Neue Saal. Das Verandagebäude wurde 1897 gebaut.








