"Die Paraßckenmühle, liegt an einem Hügel zwischen der [...] Nasen- und Weidichs-Mühlen, hat ein Rad, und ihren Namen von einem, ich weiß nicht was vor einem Weibesbild, Parascke genandt. ..." mehr wusste auch Adrian Beier nicht über die Herkunft des Mühlennamens zu berichten.

Der Name weist aber wohl auf einen klösterlichen Besitzhintergrund hin. Der Name geht auf das lateinische Wort "parasceve" zurück, dieses wiederum  leitet sich vom griechischen "paraskeuē" ab, was "Vorbereitung" bedeutet. So wurde aus der Parascevenmühle wohl im Mittelalter umgangssprachlich die Paraschkenmühle, welche Rohstoffe (Kupfer) zur Weiterverarbeitung vorbereitete.

Auf den abgebildeten Postkarten aus dem Jahre 1895 ist unschwer ein oberschlächtiges Rad zu erkennen.

Bis zur so genannten Thüringer Sintflut am 29. Mai 1613 wurde damit ein Kupferhammer angetrieben, der von den Wassermassen allerdings vollständig zerstört wurde.

Es erfolgte der Wiederaufbau, allerdings als Getreidemühle.

Die Paraschkenmühle war spätestens ab 1895 öffentliche Kneipe mit Sommergarten, zwei Gastzimmern, einer Kegelbahn und einem großen Tanzsaal. Die Mühle dürfte zu der Zeit aber noch in Betrieb gewesen sein.

Wann genau die Besitzer die einfache Schankgerechtigkeit erhielten, ist nicht bekannt, aber zumindest für 1731 urkundlich belegt.

Nach den Ratsurkunden musste sich die Wirtin der ­"Paraßkenmühle", Anna Katharina Schneiderin, 26 Jahre alt, wegen Betrugs am Gast, vor dem Rat verantworten. Bei einer Visitation der Trinkgefäße war festgestellt worden, dass sie Bier und Wein in falsch geeichten ­Bechern kredenzte. Sie war übrigens nicht allein, des gleichen Delikts wurden 13 weitere Jenaer Gastwirte überführt.

Das Gasthaus hatte schon vor der Errichtung des Jenaer Elektrizitätswerkes, im Jahre 1901, Elektrizität. Der Generator wurde von der Leutra angetrieben.

Das wäre es zu diesem Ort.

Nun denn Wanderer, mit festem Tritt und scharfem Blick geht es auf die Papiermühle.